01.11.2014

Zuckerblüten - rosige Dekoration für eine (Gold-) Hochzeitstorte



Eine Sache schwirrte mir bei der Planung der Feier von Anfang an im Kopf herum: es sollte eine Hochzeitstorte geben, und ich wollte sie backen. Ursprünglich stellte ich mir eine relativ schlichte weiße, mit Fondant überzogene Torte vor, verziert mit kleinen Zuckerblüten. Diese Zuckerblütchen sollten von der Torte an den Seiten 'herunter fließen' und dabei langsam die Farbe wechseln von Weiß oder Zartrosa nach Gold - dem Thema entsprechend.

Ich stellte mir eine einstöckige Torte vor, die ergänzt werden sollte durch cremige Cupcakes und kleine Petit Fours - dekoriert auf einem dreistöckigen Hochzeitstortenständer.

Mit dieser Vorstellung im Kopf ging ich an die Planung der eigentlichen Torte: heller Biskuit oder eine schokoladige Variante, Buttercreme oder Ganache, vanillig oder fruchtig, welche Frucht,...
Schnell hatte ich für mich entschieden, eine ganz klassische Kombination zu wählen: vanilligen Biskuit, gefüllt mit einer Schicht Vanille-Buttercreme und einer fruchtigen Schicht aus Himbeeren.

Bei der Auswahl der eigentlichen 'Rezeptur' landete ich bei einem altbewährten Rezept von Peggy Porschen, weil ich es sehr gut kannte, es bisher immer gut geklappt hat (egal, in welcher Variante) und ich für diese Torte keine Experimente wagen wollte (weil mir einfach auch die Zeit fehlte, eine andere Torte vorher noch Probe zu backen).
Und wie es nun kommen musste - beim Stöbern entdeckte ich das neue Buch von Peggy Porschen, das so überaus perfekt zu meiner Planung passte: 'Sweet Flowers' - 'süsse Blütenpracht für exquisite Torten'.

War dieses Buch nicht ein absolutes MUSS???



                                                 





  









In diesem herrlichen Buch werden 24 (!) unbeschreiblich schöne blumige Torten vorgestellt, die sich meist jeweils einer einzigen Blume widmen. Da gibt es u.a. Stiefmütterchen, Nelken, Schneebälle, Wicken, einen Gänseblümchenkranz, Anemonen, zarte Cosmeen, ganze Zweige mit Kirschblüten, herabfallende Hortensien, mehrere Rosen-Sorten und nicht zuletzt mein Favorit, die Frangipanis. Jede einzelne Blütenherstellung wird Schritt für Schritt bebildert erklärt! Selbstverständlich gibt es genaue Mengenangaben für die benötigten Zutaten, eine Vorstellung der geeigneten Arbeitsmittel und einen ausführlichen Anhang mit Grundlagen wie z.B. Rezepten für die Kuchen und die Füllungen, Anleitungen für das Aufschichten grosser Torten oder das Überziehen mit Fondant.

Insgesamt ist es ein edles Buch, das durch bezaubernde Bilder besticht - eigentlich viel zu schade, um es bei der eigentlichen Herstellung der Zuckerblüten in Reichweite zu haben...

JA!!!
Ich musste es haben!

Und so wurde aus meiner ursprünglichen, doch recht schlichten Vorstellung der Torte eine sehr verspielte, rosige Angelegenheit...


Zuckerblüten - rosige Dekoration


Zutaten:

250 g + 50 g weiße Blütenpaste (bei mir: sugar florist paste von Squires Kitchen)
250 g weißer Rollfondant (bei mir: Callebaut)

Lebensmittelfarbpaste in Weinrot und Moosgrün
(bei mir: concentrated paste von Sugarflair - dusky pink/wine + foliage green extra)

Rosenblattausstecher + Präger (in 2 Größen)

Eiweißspritzglasur


  • 250 g Blütenpaste mit 250 g Fondant zu einer glatten Masse vermengen
  • Masse halbieren, davon eine Hälfte ebenfalls halbieren - so entstehen 3 Teile: 1/2, 1/4, 1/4
  • 1/2 : mit der weinroten Farbe zu einem hellen Rosa-Farbton einfärben (das Farbgel ist sehr konzentriert, also Vorsicht: nur mit kleiner Menge Farbgel beginnen)
  • 1/4 : mit der weinroten Farbe zu einem mittleren Rosa-Farbton mischen
  • 1/4 : zu einem dunklen Rosa-Farbton färben
  • die einzelnen Farbtöne getrennt in Plastikbeutel einwickeln und ein wenig ruhen  lassen, damit sie wieder fest werden


  • eine saubere, unbenutzte Klarsichthülle innen dünn mit weißem Pflanzenfett einreiben
  • für eine Rose je 1 ovales Kügelchen in dunklem Rosa, 3 haselnussgroße Kügelchen in mittlerem Rosa und 4 weitere hellrosafarbene, etwas größere Kügelchen formen

(SORRY: ab hier wird die Bildqualität eher schlecht, weil es Abend wurde. Bei künstlichem Licht bin ich kein Künstler...)
  • die Kügelchen mit ausreichend Abstand zwischen die beiden Folien der Klarsichthülle legen
  • nun jedes einzelne Kügelchen erst mit der Handinnenfläche leicht flach drücken
  • dann mit dem Daumen über die einzelnen Kugeln in kreisenden Bewegungen reiben, bis ein 2-3 mm dickes Blütenblatt entsteht
  • die obere Seite noch dünner abflachen, während der untere Teil etwas dicker bleibt, um damit später die Basis der Blüte bilden zu können


  • die ovale Form zu einem ovalen Blütenblatt formen - dieses wird das erste innere Blatt der Blüte
  • aus der Hülle nehmen und mit der dünnen Kante nach oben vorsichtig zu einer kleinen Spirale drehen
  • ein mittelrosafarbenes Blütenblatt um die offene Seite der Spirale legen, ein wenig höher als das innere Blatt
  • das nächste Blütenblatt wieder vor die offene Stelle des vorherigen Blütenblattes legen


  • zuerst die mittelrosafarbenen Blütenblätter verarbeiten, danach mit den hellrosafarbenen Blütenblättern fortfahren
  • die Ränder der äußeren Blütenblättern leicht nach außen wellen


  • die Spitzen der äußeren Blütenblätter vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger sanft zusammendrücken


  • die einzelnen Blütenblätter am unteren Teil der Knospe fest andrücken, damit ein fester Boden und eine gerundete Unterseite entsteht
  • überschüssige Paste von der Unterseite abknipsen
  • fertige Blüte trocknen lassen


Am nächsten Tag (bei Tageslicht) sahen die Zuckerblüten tatsächlich wie zarte Röschen aus. Ich war richtig erleichtert und endgültig davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben - es würde eine rosige Torte werden!




(Die Anleitung für die kleinen weißen Zuckerblütchen findet Ihr hier, im vorherigen Post)


  • für die Rosenblätter die restliche Blütenpaste mit der grünen Lebensmittelfarbe vorsichtig hellgrün einfärben - es soll ein zartgrüner Farbton entstehen, der zu dem zarten Rosaton passt
  • die Paste etwa 1 mm dick ausrollen
  • mit dem Rosenblattausstecher Blätter in den 2 Größen ausstechen und beim Auswerfen prägen
  • auf ein gefaltetes Blatt Papier (Ziehharmonika) legen und trocknen lassen

  • am Tag vor der Feier ausreichend Zeit einplanen, um die mit Fondant überzogene Torte zu dekorieren
  • zuerst die Rosen , danach die grünen Rosenblätter, zuletzt die kleinen Blütchen auf der Oberfläche der Torte verteilen, mit Eiweißspritzglasur befestigen


Ich hatte mich sehr auf diesen Moment des eigentlichen Dekorierens gefreut, vor lauter Aufregung zitterten mir dann doch ein wenig die Hände. Die Feinarbeit mit den kleinen Blütchen kam zum Glück zum Schluss.

Und so sah die fertige Torte dann am Tag der Feier aus:

eine einstöckige Torte aus dreilagigem Vanille-Biskuit, gefüllt mit Vanille-Buttercreme und Himbeer-Konfitüre, mit weißem Rollfondant überzogen

kleine Petit Fours, gefüllt mit Orangen-Buttercreme und Marzipan

Cupcakes mit frischen Himbeeren und Marc de Champagne-Topping



 Es wurde eine sehr, sehr schöne Feier!!!

Herzlichst
Tina

Kommentare:

  1. Wow!
    Ich bin total beeindruckt, wie man so filigrane und hübsche Rosen selbst herstellen kann. Ich bin da leider ein Grobmotoriker und war schon ein wenig mit den Mumien überfordert ;)
    Die Torte ist eigentlich zu viel schade zum Essen ;)

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Liebe Patricia,
      ganz herzlichen Dank für Deinen superlieben Kommentar. Ich muss gestehen, dass ich anfangs auch extremen Respekt vor den Röschen hatte. Die Blumenpaste lässt sich aber tatsächlich sehr dünn abflachen und ganz einfach bearbeiten. Und die Beschreibung im Buch war genial!!!

      Liebe Grüße
      Tina

      PS: Wie schon gesagt, Deine Mumien find' ich richtig stark!!!

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